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Biogas PDF Print E-mail

EQ-Biogasanlage_Falkenthal_1_kleinWas ist Bioenergie?
Die Bioenergie wird häufig  als die „Alleskönnerin“ unter den Erneuerbaren Energien bezeichnet. Und das zu Recht, denn sie kann nicht nur zur Wärme- und Stromerzeugung, sondern auch als Kraftstoff im Verkehr eingesetzt werden.

Bioenergie wird aus Biomasse gewonnen – also aus allen pflanzlichen und tierischen Stoffen und deren Umwandlungsprodukten und organischen Abfällen, die für eine Energiegewinnung geeignet sind. Biomasse ist somit letztlich nichts anderes als Sonnenenergie, die von Pflanzen mit Hilfe der Photosynthese chemisch gebunden wird.

 

Unendliche Energie aus Biomasse
Biomasse aus nachwachsenden Rohstoffen zählt zu den erneuerbaren Energieträgern,
weil bei ihrer energetischen Verwendung genau die Menge an CO2 freigesetzt wird, die diHolzhackschnitzel_2_kleine
Pflanzen zuvor bei der Photosynthese aus der Atmosphäre entnommen haben; Biomasse gilt daher als „CO2-neutral“. Bereits seit Anbeginn der Menschheit wird sie als Energieträger genutzt, nämlich in Form der Verfeuerung von Brennholz. Modernere und effizientere Formen der Biomassenutzung sind die Herstellung von Biogas durch Vergärung bzw. Holzgas durch Holzvergasung oder die Erzeugung von Biokraftstoffen durch Extraktion der in der Biomasse (z.B. Raps) enthaltenen Öle und deren anschließender Umesterung.  Aber auch die ursprüngliche Nutzung von Biomasse, die Verfeuerung, besteht fort in moderneren Formen wie der Verbrennung von Pellets, Presslingen und Briketts.

Biogas aus Gülle und nachwachsenden Rohstoffen

Biogas nimmt bei der Nutzung von Biomasse eine herausragende Stellung ein. Als Rohstoffe werden biologisch gut abbaubare Substrate wie Energiepflanzen, (z.B. Mais- und Grassilage), Gülle, landwirtschaftliche Nebenprodukte oder Bioabfälle eingesetzt. Die verwendete Biomasse wird von Mikroorganismen zu einem Gas verarbeitet, das hauptsächlich aus Methan (CH4) und Kohlendioxid (CO2) besteht. Das Gas kann in Blockheizkraftwerken verstromt werden, bei Nutzung der anfallenden Wärme, z.B. für die Viehzucht, wird ein besonders hoher Wirkungsgrad der eingesetzten Rohstoffe erreicht. Durch geeignete Verfahren können Methangehalt und Qualität des Biogases gesteigert werden, um es als Subsitut für konventionelles Erdgas zu verwenden. Die anfallenden Gärreste werden als nahezu geruchsfreier und hochwertiger Dünger in der Landwirtschaft eingesetzt.

Regionale Wertschöpfung
Biomassekraftwerke können bei sorgfältiger Planung einen wichtigen Beitrag zur regionalen Wertschöpfung und zum Verbleib von Kaufkraft in der Region leisten. Dabei müssen bei der Planung eine gründliche Analyse der in der Region vorhandenen Ressourcen vorgenommen sowie eine eine adäquate Dimensionierung des Kraftwerkes gewährleistet werden. Wenn es gelingt, die benötigten Rohstoffe regional zu erzeugen statt sie aus anderen Gegenden heranzuschaffen, können Kaufkraftabflüsse in erheblichem Maße verhindert werden.

Beispiel Biogasanlage Feldheim
Das Dorf Feldheim im Bundesland Brandenburg verfügt seit 2008 über eine Biogasanlage mit einer installierten elektrischen Leistung von 500 kW, die von der örtlichen Agrargenossenschaft betrieben wird. Als Input werden jährlich 2.000m3 Schweinegülle, 1.500 m3 Rindergülle sowie 6.125 t Mais und 650 t Getreideschrot verwendet. Diese Rohstoffe werden von der Agrargenossenschaft erzeugt und angeliefert. Die Anlage erzeugt jährlich 4 Mio. kWh Strom, der in das öffentliche Netz eingespeist wird. Die bei der Stromerzeugung anfallende Wärme wird in ein eigens errichtetes Fernwärmenetz eingespeist, das die Einwohner, die Viehzuchtbetriebe sowie die Gewerbeeinheiten versorgt. Als Nebenprodukt der Energieerzeugung fallen jedes Jahr rund 11.500 m3 Wirtschaftsdünger an, der der Agrargenossenschaft zur Verfügung steht. Durch die autarke Versorgung ihres Dorfes mit Wärme, sparen die Feldheimer Jahr für Jahr 160.000 Liter Heizöl ein. Sie tun damit nicht nur etwas für eine sauberere Umwelt, sondern schonen auch ihren Geldbeutel.